Projekt "Plötzlicher Kindstod" stellt Ergebnisse vor

Weitere Aufklärung und Informationen im Grenzraum gefordert

Knapp 3 von 10 000 Kindern sterben in Deutschland jährlich an plötzlichem Kindstod. In den Niederlanden sind es weitaus weniger. Zu einem Abschlussgespräch zum Projekt „Plötzlicher Kindstod“ trafen sich am Mitwoch, 10. Juli 2013, Vertreterinnen der Universitäten Münster und Twente sowie des TNO Leiden mit dem Bundestagsabgeordneten Johannes Röring und Hubertus Eing vom Lions Club bei der EUREGIO.

Die Ursachen, die zu plötzlichem Kindstod führen, sind bis heute nicht eindeutig geklärt. In einem dreijährigen, grenzübergreifenden Projekt wurde deshalb nach Erklärungsansätzen und Präventionsmaßnahmen geforscht. Dabei stehen an erster Stelle noch immer der Bedarf an Aufklärung und Informationen über das heikle Thema.  „Die Grenze hat in dem Fall den Vorteil, dass es zwei Vergleichsgruppen gibt. Solange noch kein gemeinsamer Gesundheitsraum zwischen Deutschland und den Niederlanden besteht, müssen wir dies für die Forschung nutzen“, so Dr. Elisabeth Schwenzow, Geschäftsführerin der EUREGIO. Auch Johannes Röring fand anerkennende Worte.

Im Rahmen des INTERREG-Projektes „Plötzlicher Kindstod“ hat Prof. Dr. Mechtild Vennemann vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Münster in den vergangenen drei Jahren im deutschen EUREGIO-Gebiet 23 Todesfälle untersucht. Ihre niederländischen Kolleginnen Dr. Magda Boere-Boonekamp und Dr. Sandra Knoeff-Gijzen von der Universität Twente und Dr. Monique L’Hoir von der Forschungsorganisation TNO untersuchten Fälle in den angrenzenden niederländischen Gebieten. Die EUREGIO, der Lions Club Hamaland und der Vredener Bundestagsabgeordnete Johannes Röring haben das Projekt die vergangenen Jahre unterstützt.

In dem Abschlussgespräch stellte Vennemann auch ihre deutschlandweite Studie vor. In dem Untersuchungszeitraum habe es auf deutscher Seite 373 Fälle von Kindstod innerhalb des ersten Lebensjahres gegeben, die meisten zwischen dem 2. und 5. Lebensmonat. Durch einheitliche Autopsieprotokolle der Mediziner, Befragungen der Eltern, Kinderärzte und Geburtskliniken sei man schließlich den Ursachen von plötzlichem Kindstod näher gekommen. Letztlich könne man das Risiko relativ einfach und kostengünstig reduzieren: Schlafen im Schlafsack, Stillen, Impfen und Schlafen in Rückenlage und vor allem im eigenen Kinderbett senken das Risiko. Des Weiteren sorge ein Schnuller für das Wohl des Kindes.

Da Schlafsäcke für die Prävention eine sehr große Bedeutung haben, sponserte der Lions Club Hamaland diese dem Stadtlohner Krankenhaus. „Der geschenkte Schlafsack trägt gleich die Botschaft, das Kind vor plötzlichem Kindstod zu bewahren“, so die Krankenschwester Désirée Arke-Onland, die auf das Problem des plötzlichen Kindstod weiter hinweisen und publik machen möchte. Dank der EUREGIO habe man grenzübergreifend das Bewusstsein schärfen und voneinander lernen können.

Das Projekt „Plötzlicher Kindstod“ wird im Rahmen des INTERREG IV A-Programms Deutschland-Nederland durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) mitfinanziert. Die Begleitung erfolgt durch das Programmmanagement bei der EUREGIO.


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