Rollentausch im Bundestag

Vredener Student Steffen Hoffschlag tauscht Hörsaal gegen Plenarsaal ein

Steffen Hoffschlag aus Vreden war einer von rund 300 Jugendlichen, die am diesjährigen Bundestags-Planspiel Jugend und Parlament teilgenommen haben.

Auf Einladung von Johannes Röring (MdB) schlüpfte er für vier Tage in die Rolle eines Bundestagsabgeordneten.

Am 31. Mai 2014 begann im Bundestag eine neue Legislaturperiode. Vier Parteien und mehr als 300 Nachwuchspolitiker schafften den Sprung ins Parlament und sicherten sich ein viertägiges Mandat.

Ausgestattet mit fiktiven Biographien und zugeordnet zu den vier Fraktionen der Christlichen Volkspartei (CVP), der Arbeitnehmerpartei (APD), der Ökologischen-Sozialen Partei (ÖSP) sowie der Partei der sozialen Gerechtigkeit (PSG) wurden die Jugendlichen zu Fraktionsvorsitzenden, Pressesprechern oder Arbeitsgruppen-Leitern gewählt, die um Mehrheiten kämpften. Steffen Hoffschlag engagierte sich als Karl Lüntermann – mit seinen 54 Jahren – ein langjähriges Mitglied der APD. 34 Jahre liegen zwischen ihnen – Politikwissenschaftler aus Baden-Württemberg. "Kein leichter Rollenwechsel", bestätigt das Vredener JU-Vorstandsmitglied, das vor dem Planspiel natürlich nicht wusste, welche Überzeugungen es in seiner fiktiven Rolle vertreten wird. Die eigene Meinung zurückhalten, sich den neuen Kollegen der Arbeitnehmerpartei Deutschlands anpassen und dann noch überzeugende Argumente liefern: Steffen Hoffschlag hat sich aber gerne der Herausforderung gestellt.

Es wurden vier parlamentarische Vorlagen zu den Themen

·         Datenschutz in digitalen Medien,

·         Überprüfung der Fahrerlaubnis bei älteren Menschen,

·         Mandatierung eines Bundeswehreinsatzes in Sahelien und

·         Regelung des Ausbaus von Windkraftanlagen an Land

in Fraktionen, Ausschüssen und Plenum beraten, verändert und letztlich beschlossen. Dabei legten die Veranstalter viel Wert auf die Details, um den politisch interessierten Nachwuchsparlamentariern den Gesetzgebungsprozess realitätsnah vorzuführen. Der Besucherdienst des Deutschen Bundestages betreute die Veranstaltung organisatorisch, inhaltlich und pädagogisch. Neben den fiktiven Abgeordneten gab es auch eine extra angelegte Spielpresse, die jeden Morgen eine Zeitung namens „Adler Kurier“ herausbrachte. Junge Autoren zeigten die große und die kleine Politik der fiktiven Fraktionen aus einer frischen anderen Perspektive. 

Zusätzlich zu aller Fiktion kam auch die Auseinandersetzung mit der realen Politik nicht zu kurz. So war eine Podiumsdiskussion mit den folgenden stellvertretenden Vorsitzenden der Bundestagsfraktionen: Nadine Schön (CDU/CSU), Thomas Oppermann (SPD), Toni Hofreiter (B`90/Die Grünen) und Dietmar Bartsch (Linke) ein wichtiger Teil der Veranstaltung. Am Dienstagnachmittag verabschiedete Bundestagspräsident Nobert Lammert die Kurzzeitpolitiker mit einem Abschiedsimpuls. So wurde das parlamentarische Planspiel für alle Teilnehmer zu einer einmaligen Chance, die Atmosphäre des Bundestages als Arbeitsplatz aufzusaugen.


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