Am 4. August nach Alabama

15-jährige Rekenerin drückt ein Jahr lang in den USA die Schulbank

Foto: Claudia Peppenhorst
Foto: Claudia Peppenhorst
Isabell Schweers aus Bahnhof Reken hat das „große Los" gezogen. Aus rund 100 Bewerbern hat sie ein Stipendium für die USA erhalten. Am 4. August geht es los nach Alabama.

"6.40 Uhr geht der Flieger von Münster nach Frankfurt. Von dort etwa zehn Stunden nach Atlanta, dann noch ein Sprung nach Huntsville", erklärt die 15-jährige. Bis Frankfurt wird sie von einer Cousine begleitet. "Das ist Vorschrift bei der Aktion", ergänzt Mutter Jutta Schweers. "Die Organisation, das Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) des Deutschen Bundestags sorgt dann für eine Begleitung bis nach Alabama." Als alleinerziehende Mutter weiß Jutta Schweers, dass es ihr schwer fallen wird, ihr einziges Kind knapp ein Jahr nicht bei sich zu haben. "Nicht zum Geburtstag im November, nicht zu Weihnachten oder Ostern. Das einzige, was bleibt, ist der Kontakt über Skype", tröstet sich die 52-jährige.
Isabell sieht das ganz anders: "Ich bekomme sozusagen eine zweite Familie, lerne vielleicht neue Freunde kennen und hoffe, reifer wiederzukommen. Aufgeregt bin ich gar nicht, aber gespannt. Und die Gastfamilie kenne ich schon, die sind total nett."
So kurz vor Reiseantritt freut sich Familie Schweers über den Besuch des Bundestagsabgeordneten Johannes Röring, unter dessen Schirmherrschaft Isabell die Reise antreten kann. Für den Politiker ist es nicht das erste Mal, dass er einen ausgewählten Stipendiaten besucht: "Ich glaube das waren bisher etwa zehn, zusätzlich noch einige berufstätige junge Leute, die auch über das Programm gefördert wurden", so Johannes Röring. Freundlich erkundigt sich der MdB nach den Plänen der 15-jährigen und will auch wissen, wie Tochter und Mutter mit der Trennung voneinander umgehen. Falls es Probleme geben sollte, insbesondere im Gastland, ist Johannes Röring jederzeit für die Stipendiatin da, jederzeit über Mail oder Telefon erreichbar, verspricht er.
In Sheffield/Alabama wird Isabell die Highschool besuchen. "Ist nur eine kleine Schule mit rund 300 Schülern. Besonders freue ich mich auf meine Gastfamilie Leslie und Seth Yancey und die sechsjährige Aubree. Wir haben viele Mails ausgetauscht. Im Moment renovieren sie noch mein Gästezimmer", erzählt Isabell. Dann holt sie eine besondere Fahne hervor: halb USA, halb Deutschland. Darauf haben alle aus ihrer Klasse unterschrieben und ihr alles Gute für die Reise gewünscht. Da schließt sich Johannes Röring mit besten Wünschen gerne an und setzt seinen Namen dazu.

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