Fluchtursachen bekämpfen

Podiumsdiskussion der CDU Raesfeld zur Flüchtlingssituation

(v.l.n.r.) Udo Rößing, Dr. Markus Pieper MdEP, Johannes Röring MdB, Karl-Heinz Tünte, Ingeborg Erdmann, Dr. Hermann Paßlick, Sighart Weiss
(v.l.n.r.) Udo Rößing, Dr. Markus Pieper MdEP, Johannes Röring MdB, Karl-Heinz Tünte, Ingeborg Erdmann, Dr. Hermann Paßlick, Sighart Weiss
Zu einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Integration von Flüchtlingen: Was tut Europa, was tut die Bundesregierung? – Wird Europa seinem eigenen Anspruch gerecht?“ hatte in der vergangenen Woche die CDU Raesfeld in den Gasthof Nießing eingeladen. Als Gastredner waren neben Johannes Röring auch Dr. Markus Pieper MdEP, Dr. Hermann Paßlick (Vorstandsmitglied und leitender Kreisrechtsdirektor im Kreis Borken) sowie die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer Ingeborg Erdmann und Sighart Weiss vor Ort, um auf die Fragen der über 50 Gäste einzugehen und mit ihnen zu diskutieren.

Moderiert wurde der Abend vom ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde Raesfeld, Udo Rößing. 
 
Der Europa-Abgeordnete Dr. Markus Pieper gab einen kurzen Überblick über die europäische Situation: Die Europäer stellen acht Prozent der Weltbevölkerung, erwirtschaften aber 23 Prozent des globalen Bruttosozialprodukts. Es sei klar, dass man Sicherheit und soziale Absicherung in Europa und Deutschland erwarte, aber man könne nicht alle Menschen aufnehmen. Die Grenze der Integration sei erreicht. Daher müsse man verantwortliche Lösungen suchen. „Die Wirtschaftskraft in unserer Region hat Europa viel zu verdanken“, so Pieper. Deshalb kämpfe er weiter für offene Grenzen. „Wir in Deutschland haben unsere Hausaufgaben gemacht“, so sein Statement. Jetzt schaue die ganze Welt auf Europa.
 
Johannes Röring betonte, er sei vor allem deswegen nach Raesfeld gekommen, um zu hören, wie es den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort gehe, damit er ihre Anliegen nach Berlin weitertragen könne. „Wir haben hier eine riesige Herausforderung, die keiner vorher beschrieben hat. Aber mich macht es umso stolzer auf meine Heimatregion, wie wir das schaffen. Hier wird nicht lange gefragt, sondern direkt angepackt“, so Röring. Er sei in der aktuellen Situation ein wenig enttäuscht von einzelnen Mitgliedsstaaten: „Die EU hat es geschafft, 28 Staaten zu integrieren. Gerade die neuen Staaten haben finanzielle Hilfe erhalten. Jetzt müssen sie sich auch einmal für Europa einsetzen.“ 
 
Röring führte weiter aus, dass man vor allem die Fluchtursachen vor Ort bekämpfen, mehr finanzielle Hilfe für Flüchtlingslager in anderen Ländern bereitstellen und zusätzliche Länder als sichere Herkunftsstaaten einstufen müsse. Flüchtlinge ohne Chance auf Asyl müssten zeitnah in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden. „Wir dürfen uns auch nicht überfordern“. 
 
Er verwies auf die Leistungsstärke der deutschen Wirtschaft: „Auch als Landwirt kann ich sagen, dass es in Deutschland kein Problem ist, eine Million Menschen mehr ernähren zu müssen.“ Er forderte, dass die Gelder in Nordrhein-Westfalen besser an die Kommunen weitergeleitet werden müssten „und nicht an den klebrigen Fingern in Düsseldorf hängen bleiben“.

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