Von der Aa bis Donald Trump

CDU-Bundestagsabgeordneter Johannes Röring steht Realschülern Rede und Antwort

Foto: Peter Berger
Foto: Peter Berger
Besuch aus Berlin beziehungsweise Vreden-Ellewick hatten gestern die Zehntklässler der Merian-Realschule Weseke. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Röring war gekommen, um die Fragen der Schüler zu beantworten. Mit der Visite löste Röring auch ein Versprechen aus dem vergangenen Jahr ein. Bei der Berlin-Fahrt des Jahrgangs war ein Treffen nicht zustandegekommen.

Gestern zeigten sich die Schüler gut vorbereitet und interessiert. Das Themenspektrum der gut 75-minütigen Frage-Antwort-Runde war entsprechend breit – von der Asylpolitik über Schulen, den Ukraine-Konflikt, den US-Wahlkampf bis hin zum Handelsabkommen TTIP und die verschmutzte Bocholter Aa. Hier eine Zusammenfassung.
 
  • Flüchtlinge: Röring sprach sich klar für die Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel aus. „Wir sind nicht überfordert.“ Er sei stolz auf die humanitäre Geste vom vergangenen Herbst, Flüchtlinge aus Ungarn einreisen zu lassen. Andererseits könne Deutschland nicht das Elend der ganzen Welt „abfedern“. „Es gibt Grenzen des leistbaren.“ Die Asylverfahren müssten unbedingt schneller ablaufen. „Zwei bis drei Jahre auf den Bescheid zu warten, das kann‘s nicht sein.“ Röring rief die Jugendlichen dazu auf, auf die Asylbewerber zuzugehen. „Behandelt sie als neue Mitbürger.“
  • AfD: „Parteien mit einfachen Antworten mag ich überhaupt nicht“, sagte Röring und nannte auch gleich den Grund: „Weil es in dieser komplexen Welt keine einfachen Antworten gibt.“
  • Donald Trump: Was es für den Weltfrieden bedeuten könnte, sollte Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten gewählt werden, wollte ein Schüler wissen. Grundsätzlich werde er die Menschen in anderen Ländern nicht dafür kritisieren, wen sie als Präsidenten wählen, so Röring. Dann wurde er aber doch ein bisschen direkter: „Ich würde mich wundern, wenn so ein Kandidat mehrheitsfähig wäre.“
  • Zustand von Schulgebäuden: Einen „richtig dicken Investitionsstau“ sieht Röring im Südkreis nicht. Klar gebe es hier und da Mängel, allerdings sei auch jeder Schüler gehalten, seine Schule in Schuss zu halten.
  • Nebeneinkünfte als Abgeordneter: „Die Offenlegung finde ich gut“, betonte Röring. Dass er im jährlichen Ranking in den Medien immer ganz oben auftauche, findet er nicht so gut. Verzeichnet würden nicht etwa die Gewinne, sondern die Umsätze. „Ich habe nicht vor, meinen Beruf aufzugeben. Auch auf sein Amt als Bauernpräsident sprach ein Schüler den Parlamentarier an: „Ich glaube nicht, dass ich den Wahlkreis dadurch vernachlässige“, antwortete Röring. Er verwies auch auf seine sehr guten Mitarbeiter.
  • TTIP: Das transatlantische Freihandelsabkommen sei für eine Exportnation wie Deutschland von elementarer Bedeutung und sollte nicht zu skeptisch gesehen werden, so Röring. Die entscheidende Frage sei, „ob es gut verhandelt wird“. Keinesfalls dürften „unsere Standards“ beispielsweise bei der Lebensmittelproduktion „heruntergefahren“ werden, unterstrich der Abgeordnete. Rörings Credo: „Wer miteinander Geschäfte macht, schießt nicht aufeinander."
  • Bocholter Aa: „Überhaupt nicht okay“, fand Röring die zahlreichen gemeldeten Gewässerverunreinigungen im Kreis. „Ich sage unseren Landwirten klar: Das müsst ihr beenden“, sagte Röring mit Blick auf die Einleitungen etwa von Biogasanlagen, die den Abwasserpilz begünstigten.

Hier geht es zum Bericht von borio.tv:
www.borio.tv/aktuelles/borken/bundestagsabgeordneter-johannes-roering-bei-realschuelern_35035

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