Offen für neue Wege

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt besucht Johannes Röring

Foto: Thorsten Ohm
Foto: Thorsten Ohm
Ein paar Tage zuvor saß er noch in Südamerika mit am Tisch, als dort die deutsche und die brasilianische Regierung über politische Themen redeten. Auch um sein Ressort ging es. An diesem Montagmittag hat Christian Schmidt im Wohnzimmer von Johannes Röring Platz genommen. Ein privater Besuch – obschon ein Bundesminister und Regierungsmitglied wohl immer im Dienst ist.

Ungezwungen geht es zu. Aber konzentriert: Denn der CSU-Minister und sein Fraktionskollege von der Schwesterpartei CDU haben viel, was sie miteinander besprechen können. Schließlich begegnen sich bei dieser Gelegenheit auch der Chef des Ressorts Ernährung und Landwirtschaft und der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes.
 
Die beiden Politiker sprechen aber nicht am „grünen Tisch“ über Fragen, die die Landwirte bewegen. Die ergeben sich vielmehr wie von selbst, als Röring seinen Gast durch den eigenen Betrieb führt. Der zeigt sich interessiert und sachkundig, als der Vredener ihn an das Feld mit den Zuckerrüben führt: Pflanzen, die eine wichtige Rolle als Energieträger spielen können.
 
Minister Schmidt schaut sich die Betriebsgebäude an, lässt sich die Abläufe erklären. Die zielen auf Rörings Hof wie bei vielen Landwirten in der Region nicht mehr nur auf die Produktion von Lebensmitteln. Die Erzeugung von Energie ist im Mix der Wirtschaftlichkeit eines modernen landwirtschaftlichen Betriebes zu einem selbstverständlichen Standbein geworden.
 
Veränderungen
 
Der Agrarsektor wandelt sich. Wohin die Reise geht, darüber hat auch Christian Schmidt einige Vorstellungen. Johannes Röring sei offen für neue Wege – das Festhalten am Bisherigen, das helfe nicht weiter, mahnt Schmidt Bereitschaft zur Veränderung an.
 
Ein anderes, ein neues Verständnis für die Landwirtschaft wecken, darauf setzt der Minister auch im Dialog mit der Öffentlichkeit. Zum Beispiel beim Thema Ernährung, berichtet er über Initiativen, die sein Ministerium unterstützt. Neue Wege: Das passt ebenfalls zum Stichwort Tierwohl, das betrifft auch das Greening, das der Natur mehr Stellenwert einräumt. Vom Ansatz her eine spannende Sache, so Schmidt. Aber ihm ist die Gefahr sichtlich bewusst, dass eine gute Idee in etwas münden kann, dass sich weder das Mitglied der Bundesregierung wünscht, noch sein Gastgeber – ein überbordendes Brüsseler Regelwerk.

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