Die Schülerinnen und Schüler der „Hohe-Giethorst-Schule“ in Bocholt engagieren sich gemeinsam mit ihren Partnerschulen in Europa gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten in Konfliktregionen. Anlässlich seines Besuches in der Schule haben die Schülerinnen und Schüler dem Bundestagesabgeordneten Johannes Röring ein Buch mit ihren gesammelten roten Handabdrücken übergeben. Jeder Abdruck enthält die Forderung nach dem Ende dieser schrecklichen Verstöße gegen das Menschenrecht. Röring versprach, dieses Buch mit nach Berlin zu nehmen, um auch im Bundestag auf das Problem aufmerksam zu machen. 

 Nunmehr hat Johannes Röring dieses Buch seinem Kollegen Dr. Norbert Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, übergeben. Unter Dr. Röttgens Vorsitz berät der Auswärtige Ausschuss über sämtliche Fragen der deutschen Außenpolitik. 

Norbert Röttgen freute sich über das Engagement der Bocholter Schule: „Das ist wirklich eine tolle Aktion. Sie zeigt, dass den Schülerinnen und Schülern der „Hohe Giethorst-Schule“ das Schicksal ihrer Altersgenossen in den Krisenregionen nicht gleichgültig ist.“ Er hoffe, dass noch viele Schulen diesem Beispiel folgen, um ein Zeichen gegen den Missbrauch von Kindern für Kriegsführung zu setzen.

 

In der deutschen Entwicklungs- und Außenpolitik habe das Thema der Kindersoldaten einen hohen Stellenwert. Im Mittelpunkt stehen dabei der Ausbau der Bildungsmöglichkeiten sowie die gesellschaftliche Reintegration der traumatisierten Kinder und Jugendlichen. Johannes Röring: „Es kommt vor allem darauf an nicht nur die Symptome, sondern die Ursachen wie u. a. Hunger und Wassermangel zu bekämpfen. Die Menschen brauchen in ihrer Heimat eine wirtschaftliche Perspektive. Das ist das effektivste Mittel gegen Krieg.“

Weltweit werden schätzungsweise 250.000 Kinder und Jugendliche als Kämpfer in Armeen und bewaffneten Gruppen missbraucht. Sie erfahren unfassbares Leid und sind häufig für den Rest ihres Lebens traumatisiert. Auch nach dem Ende eines bewaffneten Konflikts geraten frühere Kindersoldaten oft, aufgrund ihrer Erfahrungen im Kampf, der Ausgrenzung aus der Gesellschaft und wegen fehlender beruflicher Perspektiven, in die Fänge von bewaffneten Gruppen oder kriminellen Organisationen.

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