David Denne blickt hinter die Bundestagskulissen

Mehrere Wochen hat der Velener Politikstudent David Denne Johannes Röring und sein Berliner Team unterstützt.

In einem Praktkumsbericht hat er seine Eindrücke festgehalten:


Ab Anfang November hatte ich für sechs Wochen die Möglichkeit, im Büro des Wahlkreisabgeordneten Johannes Röring, das politische Berlin kennenzulernen. Das Praktikum, im Rahmen meines Studiums der Politikwissenschaften, war eine besondere Gelegenheit für mich, die parlamentarischen Abläufe wirklich kennenzulernen und einen kleinen Teil der Hintergründe zu erleben, über die dann anschließend in den Medien berichtet wird. Ich habe erfahren, dass die Arbeit eines Bundestagsabgeordneten viel mehr umfasst als den ganzen Tag im Plenarsaal zu sitzen und an Debatten teilzunehmen. Neben den Bundestagsdebatten ist noch viel mehr von einem Bundestagsabgeordneten und seinen Mitarbeitern verlangt. So konnte ich bereits zu Beginn des Praktikums sehen, wie Herr Röring und seine Mitarbeiter beispielsweise eine Rede für eine Bundestagsdebatte vorbereiteten. Ich konnte aber auch beobachten, wie eng die Verbindungen in den Wahlkreis sind. Dazu zählte aber nicht nur der Austausch mit der kommunalen Politik, sondern auch die Bearbeitung von Bürgeranfragen oder auch die Planung der Wahlkreistermine von Herrn Röring.

Ein zentraler Bereich der Arbeit von Herrn Röring ist sicherlich die Arbeit im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft. Ich habe die Möglichkeit bekommen, mir die Sitzungen des Ausschusses sowie die vorbereitende Arbeit in der dazugehörigen Arbeitsgruppe der Fraktion CDU/CSU aus nächster Nähe anzuschauen bzw. im Büro selbst auch Themen für die Sitzungen zu recherchieren. Es ist dabei auffällig, dass selbst vergleichsweise kleine Themen und Gesetzesinitiativen einen großen Einfluss auf das große Gesamtbild haben können und demnach gleichzeitig in vielen unterschiedlichen Ausschüssen behandelt werden. Dabei wird deutlich, wie viele komplexe Aspekte und verschiedene Sichtweisen in die unterschiedlichsten politischen Entscheidungen einfließen und wie wenig man davon als Bürger eigentlich erfährt. Diese Meinungsvielfalt zeigt auch, warum der Bundestag wie keine zweite Institution in diesem Land für Demokratie steht. Demokratische Grundsätze und Diskussionen über die einzelnen Themen erstrecken sich über den gesamten parlamentarischen Gesetzgebungsprozess. Ausgelebt wird die demokratische Freiheit dann aber vor allem im Plenarsaal. Ich hatte die Möglichkeit, diverse Debatten und Abstimmungen zu beobachten und so den Ablauf einer Plenarsitzung hautnah kennenzulernen. Ein schöner Nebeneffekt war, dass ich bei den Debatten und Abstimmungen häufig auch die Spitzenpolitiker, die man sonst nur aus dem Fernsehen und der Zeitung kennt, in der Realität sehen konnte. Von Zeit zu Zeit war es auch nicht ausgeschlossen, dass ich bekannten Gesichtern auch auf den Fluren der Bürogebäude oder der Fraktionsebene begegnet bin.

Der Fokus in der Büroarbeit lag für mich besonders in der Recherche und der Vorbereitung für Themen für den Ausschuss. Zusätzlich mussten aber immer wieder, gerade in den momentan turbulenten Zeiten für die Bundespolitik, aktuelle Fragen, z.B. in Rahmen der Flüchtlingspolitik oder des Syrien-Einsatzes der Bundeswehr, recherchiert und bearbeitet werden, um die parlamentarischen Abläufe im Blick zu behalten und um auf entsprechende Bürgeranfragen reagieren zu können. Durch die tiefergehende Recherche zu den Themen habe ich, besonders im Bereich von Ernährung und Landwirtschaft, viel gelernt und eine differenziertere Sichtweise auf bestimmte Themen bekommen. Eine der größten Herausforderungen für die Abgeordneten und ihre Mitarbeiter ist dabei sicherlich, sämtliche Facetten eines Sachverhalts im Auge zu behalten und trotzdem einen zielgerichteten Dialog darüber führen zu können.

Durch das Praktikum ist mir bewusst geworden, dass Politik in den meisten Fällen nicht nur das ist, was im Fernsehen, Radio, Zeitung oder Internet berichtet wird, sondern dass dahinter noch sehr viel mehr Arbeit steckt, als man mit den ersten Blick sieht. Festzuhalten bleibt, dass ich in meiner Zeit in Berlin viele neue Aspekte, auch für das weitere Studium und die Arbeitswelt, kennengelernt habe, obwohl ich am Ende der Zeit trotzdem das Gefühl hatte, dass es bei der Arbeit des Bundestages und der Abgeordnetenbüros immer noch viel zu entdecken gibt.  

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