„Nahrung hat Vorrang, aber Energieproduktion zusätzlich zur Nahrungsmittelherstellung möglich“

Podiumsdiskussion des Fachverbandes Biogas e.V. mit Johannes Röring MdB

Vertragen sich die Energieproduktion durch eine Biogasanlage und die Nahrungsmittelproduktion in einer verdichteten Veredelungsregion war die Frage, die der Fachverband Biogas e.V. auf seiner Biogas-Tour auch an der Fachhochschule Münster am Standort in Steinfurt aufwarf. Nachdem Geschäftsführer Dr. Claudius da Costa Gomez und Pressesprecher Bastian Olzem des Fachverbandes Biogas e.V. mit Präsentationen in das Thema eingeführt hatten, stellte zunächst der Geschäftsführer der „planET“ die Zukunft der Biogasbranche aus Sicht der Anlagenbauer dar, bevor Prof. Christof Wetter den Fokus auf die Veredelungsregion des Kreises Steinfurt und die dortige Versorgung mit den notwendigen Nährstoffen legte.
Zum Abschluss der Referenten fasste der Bundestagsabgeordnete Johannes Röring die Forderungen der Vorredner zusammen und bewertete diese aus Sicht der Politik. „Die Erneuerbaren Energien sind eine absolute Erfolgsgeschichte“, so Röring. Aber die Differenzkosten zu anderen Energieformen und die Berechenbarkeit seien Punkte, an denen die Branche noch arbeiten müsse. Eine Absage erteilte Röring aber der Forderung der Anlagenhersteller, eine Preisindizierung auch für nachwachsende Rohstoffe einzuführen. „Wir setzen in anderen Themenfeldern der Agrarpolitik auf mehr Markt und werden dies auch im Bereich der Erneuerbaren Energien mehr und mehr tun müssen, sodass wir an dieser Stelle nicht in eine staatlich verordnete Preisindizierung eintreten können.“
Bezogen auf die Problematik der wachsenden Flächenknappheit in Veredelungsregionen sagte Röring, dass auch klar sein müsse, das eine staatlich geförderte Biogasproduktion nicht zu Lasten der Veredlungswirtschaft gehen dürfe. Hierbei müsse die Förderpolitik zwar richtige Anreize setzen, aber nicht überfördern. „Im Hinblick auf die Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes zum 01.01.2012 wird es sicherlich Veränderungen bei den Förderschwerpunkten geben, allerdings keinen Systemwechsel“.
Dennoch steht für den Landwirt und Betreiber einer Biogasanlage fest: „Wir können auch in Veredelungsregionen durch Biogasanlagen thermische und elektrische Energie erzeugen, ohne in der Tierhaltung Abstriche machen zu müssen.“ Daher dürfe es keinen Weg Nahrung oder Energie geben, sondern nur die Option Nahrung und Energie.

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