Röring schickt Schüler für ein Jahr in die USA

Tobias Schlettert nimmt am PPP teil

Für ein Jahr ins Ausland- das ist für viele junge Leute ein Traum. Für Tobias Schlettert aus Stadtlohn geht dieser Traum in Erfüllung, denn für ihn geht die Reise im Sommer schon los.

Im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts- Programms (PPP) des Deutschen Bundestags und des Amerikanischen Kongresses konnte sich der 16-jährige Schüler gegenüber den anderen Bewerbern im aufwendigen Auswahlverfahren durchsetzen. Bei Kaffee und Kuchen habe ich mich mit ihm und seinen Eltern als sein Pate über das Programm ausgetauscht. Bereits zum 15. Mal darf ich nun einen Schüler aus dem Wahlkreis in die Staaten schicken.


Rückblick: Kurz vor den Sommerferien vergangenen Jahres hat sein Englischlehrer im Unterricht auf das deutsch-amerikanische Austauschprogramm aufmerksam gemacht. Für Schlettert und einen guten Freund stand fest: Sie wollen es versuchen und sich bewerben. Den Flyer nahm er direkt mit. Im August hat er seine finale Bewerbung abgeschickt. 


Dann hieß es Daumen drücken, denn bis zu den potentiellen Auswahltagen im November in Köln dauerte es noch eine Weile. Doch das Warten und Hoffen hat sich gelohnt: Die Einladung zum Tag der Tage flatterte in den Briefkasten.


„Bei dem Auswahltag war ich schon nervös“, gibt Tobias Schlettert zu. Mit anderen Kandidaten hat er in der vorletzten Runde gestanden. Verschiedene Tests und Fragen, aber auch eine kleine mündliche Prüfung musste er absolvieren. Er war sehr gut vorbereitet. Für seinen Vortrag über das Impeachment-Verfahren von Trump brauchte er seine kleinen Karteikarten zur Unterstützung nicht mehr und konnte ganz frei sprechen. Die Testergebnisse und die guten Prüfungsergebnisse brachten seine Unterlagen auf meinen Schreibtisch. Mitte Februar hat der Schüler dann die Zusage erhalten - und sich natürlich sehr gefreut. „Ich habe die positive Nachricht im Fitness-Studio erhalten. Dann habe ich schnell das Training beendet und bin zur Arbeit meiner Mutter gefahren“, erzählt Schlettert stolz mit einem Leuchten in den Augen. „Meine Kolleginnen und ich sind dann vor Freude ausgeflippt und haben darauf erstmal angestoßen“, ergänzt seine Mutter Nadine Schlettert.


Neben der Familie freue auch ich mich, wieder einem Schüler aus dem Wahlkreis diese tolle Chance zu ermöglichen. „Es gehört eine ordentliche Portion Mut dazu, ein Jahr ins Ausland zu gehen“, sagt er. Aber mich hat auch interessiert, wie es für die Eltern sein wird, wenn der Älteste von drei Söhnen ein Jahr nicht nur nicht zu Hause, sondern rund 7.800 Kilometer auf der anderen Erdhälfte wohnen wird. Doch auch wenn der große Abschiedsschmerz sicherlich noch kommt, je näher der Abflug anrückt, stand für die Eltern schon lange klar, dass sie den Jungen eh nicht lange zu Hause halten können, berichten sie.


Tobias geht nun bis zu den Sommerferien ganz normal weiter zur Schule. Lediglich eine Kennenlernwoche mit den anderen Stipendiaten in den Osterferien in Berlin hat er noch vor sich. Mitte August wird er dann für ein Jahr in die Staaten fliegen. Ab Sommer 2021 setzt er dann sein Abitur fort. Danach kann er sich vorstellen, eine Ausbildung beim Zoll zu machen.


Das Patenschaftsprogramm soll zum gegenseitigen Verständnis der Völker führen. Die PPP’ler sind also kleine Botschafter für Deutschland. Für sein Auslandsjahr wünsche ich Tobias alles Gute. Und natürlich freue ich mich auch über eine Postkarte.

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